Vernetzt denken
Weltkunde ist ein interdisziplinäres Fach, das Fragestellungen aus verschiedenen Gesellschaftswissenschaften (Geographie, Geschichte, Politik) miteinander verknüpft. Statt einzelne Fächer isoliert zu betrachten, werden gesellschaftliche Phänomene ganzheitlich untersucht. Im Zentrum des Faches stehen drei grundlegende Konzepte, die durch alle Themen leiten:
- Raum – Wo findet etwas statt und warum genau dort?
- Zeit – Wie hat sich etwas entwickelt und welche historischen Wurzeln gibt es?
- Gesellschaft – Wer ist beteiligt, welche Interessen und Perspektiven treffen aufeinander?
Diese drei Dimensionen helfen den Schülerinnen und Schülern, komplexe Zusammenhänge zu erkennen und die Welt aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten.
Weltkunde greift bewusst aktuelle und gesellschaftlich relevante Themen auf und beleuchtet sie multiperspektivisch. Dazu gehören unter anderem: Migration, Strukturwandel, Europa, wichtige Errungenschaften der Geschichte sowie der Nationalsozialismus und seine Folgen.
Gleich das erste Thema in Jahrgang 5 „Der Mensch sucht nach Orientierung" zeigt exemplarisch, wie Weltkunde arbeitet, wenn Fragen aufgeworfen werden wie: Wie finde ich mich in meiner Umgebung zurecht? Wie haben Menschen sich früher orientiert? Wie finde ich meinen Platz in einer Gemeinschaft?
Im Weltkunde-Unterricht kommen vielfältige Methoden zum Einsatz:
- Kartenarbeit zur räumlichen Orientierung und Analyse
- Quellenarbeit zur kritischen Auseinandersetzung mit historischen und aktuellen Dokumenten
- kritisches Diskutieren zur Meinungsbildung und Argumentation
- Aufgaben, die systemisches und vernetztes Denken fördern, also das Erkennen von Ursachen, Wirkungen und Wechselbeziehungen
Zwei feste Exkursionen gehören zum Weltkunde-Unterricht und ermöglichen ein Lernen am anderen Ort:
- 7. Klasse – Lübeck: Unter dem Motto „Die Stadt – ein Ort der unbegrenzten Möglichkeiten" erkunden die Schülerinnen und Schüler die Hansestadt Lübeck und untersuchen, wie Städte als Lebens-, Wirtschafts- und Kulturräume funktionieren.
- 9. Klasse – KZ-Gedenkstätte Neuengamme: Unter dem Titel „Der Nationalsozialismus – eine Frage der Verantwortung" setzen sich die Schülerinnen und Schüler an einem historischen Ort intensiv mit der Zeit des Nationalsozialismus sowie mit Fragen von Schuld, Verantwortung und Erinnerungskultur auseinander.

Arbeitsergebnis von Schülerinnen und Schülern aus dem 8. Jahrgang, das vernetztes Denken am Beispiel des Coltan-Abbaus in der Demokratischen Republik Kongo verdeutlicht
